Judas, der Freund!
Judas ist kein hoffnungsloser Fall, kein Leben endgültig verpfuscht.
Hansruedi Staub
Text zu den Gottesdiensten am Gründonnerstagabend und Karfreitag von Dorothea Murri.
In Vézelay, einem Ort in Burgund (Frankreich), der zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, findet sich in der dortigen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert ein einzigartiges Säulenkapitell. Es besteht aus zwei Szenen. Auf der einen Seite entdeckt man Judas mit aufgerissenen Augen und weit heraushängender Zunge, hilf- und wehrlos, am Strick an einem Baum hängen. Auf der anderen Seite des Kapitells sieht man, wie jemand den toten Judas von seinen Verstrickungen löst und befreit, vom Baum genommen und auf seine Schultern gelegt hat. Nun trägt er ihn und bringt ihn nach Hause, wie ein guter und treuer Hirt das verletzte oder verlorene Schaf. Kein Zweifel, dieser Hirte ist der auferstandene Christus.
Wie der unbekannten Steinmetz in großer künstlerischer und gläubiger Freiheit die tragische Judasgeschichte (Johannes 13,21-30) weiter erzählt?! Eindrucksvoller lässt sich die grenzenlose, unermessliche Barmherzigkeit Gottes nicht darstellen. Christus gibt Judas nicht auf, lässt ihn nicht hängen. Judas ist kein hoffnungsloser Fall, kein Leben endgültig verpfuscht. Niemand ist rettungslos verirrt und hoffnungslos verloren. Jesus verurteilt nicht, sondern richtet auf und rettet. Er schließt nicht aus, sondern nimmt an. Jesus legt sich Judas selber auf und trägt ihn. Was für eine Liebe! Welch großes Erbarmen!
» Urheber: Michael Brück
Nach 'Judas, der Freund' von 'Christoph Wrembek, Verlag Neue Stadt 2017
In Vézelay, einem Ort in Burgund (Frankreich), der zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, findet sich in der dortigen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert ein einzigartiges Säulenkapitell. Es besteht aus zwei Szenen. Auf der einen Seite entdeckt man Judas mit aufgerissenen Augen und weit heraushängender Zunge, hilf- und wehrlos, am Strick an einem Baum hängen. Auf der anderen Seite des Kapitells sieht man, wie jemand den toten Judas von seinen Verstrickungen löst und befreit, vom Baum genommen und auf seine Schultern gelegt hat. Nun trägt er ihn und bringt ihn nach Hause, wie ein guter und treuer Hirt das verletzte oder verlorene Schaf. Kein Zweifel, dieser Hirte ist der auferstandene Christus.
Wie der unbekannten Steinmetz in großer künstlerischer und gläubiger Freiheit die tragische Judasgeschichte (Johannes 13,21-30) weiter erzählt?! Eindrucksvoller lässt sich die grenzenlose, unermessliche Barmherzigkeit Gottes nicht darstellen. Christus gibt Judas nicht auf, lässt ihn nicht hängen. Judas ist kein hoffnungsloser Fall, kein Leben endgültig verpfuscht. Niemand ist rettungslos verirrt und hoffnungslos verloren. Jesus verurteilt nicht, sondern richtet auf und rettet. Er schließt nicht aus, sondern nimmt an. Jesus legt sich Judas selber auf und trägt ihn. Was für eine Liebe! Welch großes Erbarmen!
» Urheber: Michael Brück
Nach 'Judas, der Freund' von 'Christoph Wrembek, Verlag Neue Stadt 2017